Das Programm als pdf.

Die OSI-Aktionswoche der vakanten Professuren 14.-18. Juni 2010

Das alternative Vorlesungsverzeichnis der Aktionswoche Vakanzen Tanzen 2010 am OSI bietet den Raum, die aktuellen Probleme in der Personalstruktur und im Lehrangebot des Instituts in einer breiten Öffentlichkeit zu diskutieren und gemeinsam nach Auswegen zu suchen.

Im Rahmen der Aktionswoche wollen wir im offenen Diskurs mit allen Interessierten Standpunkte austauschen, Bedürfnisse erarbeiten und Lösungen erdenken.

ProfessorInnen, wissenschaftliche MitarbeiterInnen, Studierende und externe DozentInnen beteiligen sich mit Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden. Dabei sind die Schwerpunkte:

Die Frage nach unserem Wissenschaftsverständnis und unseren Ansprüchen an Studium und Lehre. Dazu kommen viele weitere Themen, die gerne im Alltag der Lehrveranstaltungen zu kurz kommen.

Das Programm gibt’s hier!

Abstracts zu den Veranstaltungen

Montag, 14.6.10, 16-18 Uhr:

Peter Ullrich: Kritik mit Methode? Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik – Möglichkeiten und Grenzen kritischer Wissenschaft

Der Vortrag beleuchtet das Verhältnis von sozialwissenschaftlichen Forschungsmethoden und Gesellschaftskritik.
Einige Methoden beanspruchen für sich per se „kritisch“ zu sein. Andere haben möglicherweise ein besonderes gesellschaftskritisches Potenzial. Diese sollen vorgestellt und auf ihren Kritikbegriff hin befragt werden.
Doch kritisches Forschen erfordert weitere Überlegungen. Welchen Zwecken dient die Forschung? Wie gestaltet man das Verhältnis zu den „Beforschten“ ohne es zu einem rein instrumentellen verkommen zu lassen? Welche anderen ethischen, datenschutzrechlichen und forschungsimmanenten Gütekriterien sind anzulegen?
Kritische Wissenschaft will Macht und Herrschaft, Gewalt und Unterdrückung, Unfreiheit und Ausschließung aufdecken und bietet dafür ihre eigenen Zugänge und Methoden an. Mit kritischer Forschung wird versucht zu zeigen, dass nicht alles so ist, wie es scheint und nicht alles so bleiben muss, wie es ist.

Dienstag, 15.6.10 10-18 Uhr:

*Werbebefreite Uni*
Werbung an der Uni – nicht mit uns.
Sexistische Werbung unkommentiert hinnehmen – auf keinen Fall.
Zusehen, wie unser Lebensraum verkauft und zutapeziert wird – nicht mehr lange.
Ort: Rotes Café

Offener Workshoptag für alle, die Kritik an Werbung üben und diese auch in die Praxis umsetzen wollen. Dieser Workshop soll den Raum geben, gemeinsam zu diskutieren, was uns stört und wie wir unseren Lebensraum zurückerobern bzw. selbst gestalten wollen und können.
Neben Inputs: Wer verkauft die Flächen in der Stadt? Wie wirkt sich Werbung auf die Stadt aus? Wer profitiert von Werbung? und Welche Formen der Werbebefreiung gibt es eigentlich? wird es Platz für eure kreativen Ideen geben. Im „sklills for action“-Workshop können Plakate gestaltet, Stencils entworfen und weitere Aktionsformen in die Praxis umgesetzt werden.
Alles unter dem Motto: Mach dich werbefrei.

Mittwoch, 16.6.10 12-14 Uhr:

„Demokratie- und Mitbestimmungsverlust oder was passiert, wenn die hoheitlichen Aufgaben privatisiert werden. Am Beispiel von Geheimhaltung bei Public Private Partnership-Verträgen.“

Public Private Partnership (PPP/ÖPP) ist die moderne Privatisierungsvariante, die seit einigen Jahren in die Bereiche unserer öffentliche Daseinsvorsorge einzudringen versucht. Schulen, Krankenhäuser, Rathäuser, Schwimmbäder, Straßen und Autobahnen, Gefängnisse, Polizeipräsidien und vieles vieles mehr – die Diestleistungen und Infrastruktur, die grundsätzlich nicht privatisiert werden dürfen, wird ausserhalb jeglicher Öffentlichkeit verkauft und verscherbelt. Berliner Wasserbetriebe ist ein Paradebeispiel, an dem wir, die PPP-Irrweg-Aktivist_innen, die PPP-Problematik veranschaulichen werden. Mehr Infos siehe hier: www.ppp-irrweg.de

Referent_innen: Jürgen Schutte, Claus Kittsteiner und Laura Valentukeviciute

Mittwoch, 16.6.10 16:-18:

Tadzio Müller (Gegenstrom Berlin) / Walter Prudencio Magne Veliz (Botschafter des Plurinationalen Staates Bolivien): Der „grüne Kapitalismus“ – Krise, Klimawandel und kein Ende des Wachstums ODER “Das Gute Leben”

„Das Gute Leben“

Alle Gesellschaften wählen das „Beste“ aus ihrem Wissensschatz, entwickeln Technologie. All dieses Wissen wird kodifiziert. Die Menschen umgeben das Wissen mit Mythos, Ritualen und Institutionen, um sich so eine eigene Weltordnung zu schaffen.
Es gibt verschiedene Arten zu leben. Grundlegend ist immer die Beziehung zwischen Mensch und Natur, die entweder auf Beherrschung oder auf Gegenseitigkeit basiert. Der Mensch ist Teil der Natur. Die indigenen Völker ehren die Erde als Mutter Erde (pachamama). Für ein gutes und erfülltes Leben muss nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit (ayni) gelebt werden.